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2006: Sieger im 6. Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft" (Freistaat Sachsen)

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Nebelschütz liegt in der sorbischen Oberlausitz im Landkreis Kamenz. Die Gemeinde zählt ca. 1250 Einwohner von denen zwei Drittel Sorben sind. Nebelschütz hat rege Verbindungen zu Polen, Tschechien, Ungarn und Frankreich.

1. Konzeptionen und wirtschaftliche Entwicklungen

Das Leitbild der Gemeinde "Wir in Europa" mit unserer sorbischen Identität in der Krabatregion wird konsequent umgesetzt. In der frühzeitigen Sicherung der Marke "Krabat" hat die Gemeinde Weitsicht bewiesen und profitiert gemeinsam mit den Gemeinden der Krabatregion an der Wertschöpfung. Ideen und Planungen sind getragen vom bürgerschaftlichen und kirchlichen Engagement. Eine deutliche Zielrichtung dabei ist die Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt. Bemerkenswert sind die gemeindlichen Aktivitäten zur Unterstützung von Existenzgründungen (besonders von Frauen). Die Entwicklungspotenziale im Bereich der Landwirtschaft sind aktiviert und sollen  in der Zukunft noch verstärkt herausgebildet werden (Biogasanlage; Biosolar GmbH als Projekt für das Gewerbegebiet). Die Straßen- und Platzgestaltung ist beispielhaft. Hervorzuheben ist die fußläufige Erschließung durch die Bachaue. Im Ortszentrum sind alle wichtigen öffentlichen und privaten Infrastrukturen konzentriert.

2. Sozial- und Kulturentwicklung

In Nebelschütz bestehen ein aktives kirchliches Gemeindeleben und ein starker sozialer Zusammenhalt auch unter Einbindung der Jugendlichen in das dörfliche Gemeinschaftsleben. Bereits in der in freier Trägerschaft befindlichen Kindertagesstätte werden sorbische Sprache und Kultur gepflegt. Die Krabatregion prägt die dörfliche und kulturelle Entwicklung. Insgesamt 12 Vereine sind für das Gemeindewohl wirksam und wirken aktiv für Brauchtumspflege und Erhaltung der sorbischen Tradition und Kultur. Die regionale Geschichte wird durch den Krabat lebendig vermittelt. Durch Eigenleistung der Mitglieder konnte das Sportzentrum umgebaut werden und ist heute Domizil für Sportgemeinschaft, Feuerwehr und Jugendclub. Hervorzuheben ist die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für Arbeitslose und schwer Vermittelbare im Bau- und Recyclinghof. Etwa 50 Prozent konnten durch diese Arbeit in das gemeinschaftliche Leben integriert werden. Im Rahmen beispielhafter internationaler Projekte werden Kontakte mit Polen, Tschechien, Ungarn und Frankreich gepflegt und kommen im jährlichen internationalen Gemeindefest zum Ausdruck. Weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit gibt es auch mit Gemeinden in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

3. Bauentwicklung

Aus ehemaligen Baracken ist ein vorbildlich gestaltetes Gemeindezentrum entstanden. Dabei ist die Verwendung von preisgünstigem aufbereitetem Baumaterial besonders hervorzuheben. Der Straßenverlauf befindet sich ca. 450 m vom Ort entfernt und ist somit gut eingebunden in die Landschaft. Vorbildlich ist die Sanierung und Umnutzung des "Heldhauses", ein Dreiseithof als Herberge. Mit dem Wendentor wurde ein typisches Torhaus wieder aufgebaut und fügt sich in Nachbarschaft zum Heldhaus in das gesamte Ensemble des Ortszentrums ein.

4. Grüngestaltung und -entwicklung

Obwohl Nebelschütz nie als Förderdorf eingeordnet war, muss die geamte Dorfentwicklung als beispielhaft bezeichnet werden. Der gesamte Ortsbereich ist "grün eingebettet" und der vorhandene Grünordnungsplan sieht für den gesamten Ort eine Weiterentwicklung des Großgrüns und der vorhandenen Grünanlagen vor. So sollen in der nächsten Zeit der Bauhof und die Sauenzuchtanlage begrünt werden. Im Grünordnungsplan ist auch eine Liste der in der Gemeinde vorkommenden Giftpflanzen enthalten. Sie dient besonders der Aufklärung der Schul- und Vorschulkinder, aber auch der gesamten Einwohnerschaft. In den gepflegten Vorgärten dominieren Stauden und Kletterrosen. Der vorhandene Bachlauf ist teilweise wieder geöffnet und entwickelt sich mit seiner Uferbepflanzung zu einem Feuchtbiotop. Die Parkanlage am Sport- und Gemeindezentrum ist attraktiv gestaltet und wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Am Bauhof ist ein großer Kräuter- und Gemüsegarten neu angelegt worden.

5. Dorf und Landschaft

Durch aktives Engagement hat die Gemeinde negative Auswirkungen durch den Bau der Umgehungsstraße auf die Landschaftsstruktur verhindert. Die Ansiedlung von Störchen im Ort ist ein deutliches Zeichen für ein extensiv genutztes Umfeld. In Planung befindet sich die naturnahe Gestaltung des ehemaligen Stausees. Die Eingrünung des Ortsrandes ist noch nicht vollständig, befindet sich aber in der weiteren Entwicklung.

Quelle: Anmerkungen der Landeskommission zum 6. Sächsischen Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft"

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